§ 55b VwGO
Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) vom 21. Januar 1960
[1. Januar 2026]
1§ 55b.
2(1) [1] Die Prozessakten werden elektronisch geführt. [2] Die Bundesregierung und die Landesregierungen bestimmen jeweils für ihren Bereich durch Rechtsverordnung die organisatorischen und dem Stand der Technik entsprechenden technischen Rahmenbedingungen für die Bildung, Führung und Aufbewahrung der elektronischen Akten einschließlich der einzuhaltenden Anforderungen der Barrierefreiheit. [3] Die Landesregierungen können die Ermächtigung nach Satz 2 auf die für die Verwaltungsgerichtsbarkeit zuständigen obersten Landesbehörden übertragen. [4] Die Rechtsverordnung der Bundesregierung bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates.
3(2) [1] Akten, die in Papierform angelegt wurden, können in Papierform weitergeführt werden. [2] Sie können ab einem bestimmten Stichtag oder Ereignis in elektronischer Form weitergeführt werden. [3] Der Beginn der Weiterführung der Akten in elektronischer Form ist aktenkundig zu machen. [4] Werden die Akten in Papierform geführt, ist von einem elektronischen Dokument ein Ausdruck für die Akten zu fertigen. [5] Kann dies bei Anlagen zu vorbereitenden Schriftsätzen nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erfolgen, so kann ein Ausdruck unterbleiben. [6] Die Daten sind in diesem Fall dauerhaft zu speichern; der Speicherort ist aktenkundig zu machen.
4(3) Wird das elektronische Dokument auf einem sicheren Übermittlungsweg eingereicht, so ist dies aktenkundig zu machen.
5(4) Ist das elektronische Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen und nicht auf einem sicheren Übermittlungsweg eingereicht, muss der Ausdruck einen Vermerk darüber enthalten,
- 1. welches Ergebnis die Integritätsprüfung des Dokumentes ausweist,
- 2. wen die Signaturprüfung als Inhaber der Signatur ausweist,
- 3. welchen Zeitpunkt die Signaturprüfung für die Anbringung der Signatur ausweist.
6(5) Ein eingereichtes elektronisches Dokument kann im Falle von Absatz 2 nach Ablauf von sechs Monaten gelöscht werden.
7(6) [1] Werden die Prozessakten elektronisch geführt, sind in Papierform vorliegende Schriftstücke und sonstige Unterlagen nach dem Stand der Technik zur Ersetzung der Urschrift in ein elektronisches Dokument zu übertragen. [2] Es ist sicherzustellen, dass das elektronische Dokument mit den vorliegenden Schriftstücken und sonstigen Unterlagen bildlich und inhaltlich übereinstimmt. [3] Das elektronische Dokument ist mit einem Übertragungsnachweis zu versehen, der das bei der Übertragung angewandte Verfahren und die bildliche und inhaltliche Übereinstimmung dokumentiert. [4] Wird ein von den verantwortenden Personen handschriftlich unterzeichnetes gerichtliches Schriftstück übertragen, ist der Übertragungsnachweis mit einer qualifizierten elektronischen Signatur des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle zu versehen. [5] Die in Papierform vorliegenden Schriftstücke und sonstigen Unterlagen können sechs Monate nach der Übertragung vernichtet werden, sofern sie nicht rückgabepflichtig sind.
- Anmerkungen:
- 1. 1. April 2005: Artt. 2 Nr. 2, 16 Abs. 1 des Gesetzes vom 22. März 2005.
- 2. 1. Januar 2026: Artt. 31, 40 Abs. 2 des Zweiten Gesetzes vom 8. Dezember 2025.
- 3. 1. Januar 2026: Artt. 31, 40 Abs. 2 des Zweiten Gesetzes vom 8. Dezember 2025.
- 4. 1. Januar 2018: Artt. 5 Nr. 2, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
- 5. 1. Januar 2018: Artt. 5 Nr. 2, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
- 6. 1. Januar 2018: Artt. 5 Nr. 2, 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 10. Oktober 2013.
- 7. 1. Januar 2018: Artt. 20 Nr. 2 Buchst. c, 33 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. Juli 2017.
- 8. 17. Juli 2024: Artt. 28 Nr. 2 Buchst. b, 50 Abs. 1 des Gesetzes vom 12. Juli 2024.